Stade, St.Cosmae und Damiani

Erhältlich für HAUPTWERK (R)


 
Stade
St. Cosmae und Damiani, luth.


Neubau 1675

III/42

Diese Orgel ist nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der frühen Schaffenszeit Schnitgers, sondern auch wegweisend für die Restaurierungs- und Aufführungspraxis der Musik um Buxtehude und Lübeck.

Durch den Stadtbrand von 1659 wurden die Kirche St.Cosmae und auch die Orgel, von Hans Scherer d.Ä. und Antonius Wilde erbaut, vernichtet. Für ein neues Instrument beauftragte man 1668 Berendt Hus aus Glückstadt. Dieses wurde in Abschnitten bestellt und erbaut:
1669 Hauptgehäuse und Balghaus
1670 Bälge, Werk mit Springlade (evtl. Meisterstück Schnitgers), Rückpositiv
1671 Pedal
1673 Brustwerk

Hus und Schnitger bauten das Werk gemeinsam. Es wurde 1673 geprüft, soll aber erst
1675 ganz fertig gewesen sein. 1676 starb Hus.
Interessant ist, dass der Prospekt sehr ähnlich dem in der Stadtkirche Celle ist, bei dem Hus als Geselle Krögers mitgewirkt hat.
Trotz der Eingriffe im Laufe der Zeit konnte das Werk durch die letzte Restaurierung nahezu auf seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden.


Von Schnitger: 

Gehäuse außer Rückpositiv, Prospektpfeifen des
Rückpositivs, 35 Register, davon 8 teilweise,
Windladen
(Springlade im Oberwerk)

Die Chronik siehe unten
 



I. Rückpositiv
II. Oberwerk
III. Brustwerk
Pedal
Principal
Quintadena
Rohr Flöt
Octav
Walt Flöt
Sieflöt
Sesquialter II
Scharff V
Dulcian
Trechter Regal
8
8
8
4
2
1 1/3
 

16
8
s
s
s/a
s
s
a
a
a
s
s
Principal
Quintadena
Octav
Gedackt
Octav
Rohr Flöt
Nassat
Octav
Mixtur VI
Cimbel III
Trommet
Trommet
 
16
16
8
8
4
4
3
2
 
 
16
8
a
a
s
a
s
s
a
a
s/a
a
s
s
Gedackt
Quer Flöt ab c'
Flöt
Octav
Tertia
Nassat Quint
Sedetz
Scharff III
Krumphorn
Schalmey
8
8
4
2
1 3/5
1 1/2
1
 
8
8
s
s
s
s
s
s/a
s/a
s/a
s
s/a
Principal
Sub-Bass
Octav
Octav
Nachthorn
Mixtur V-VI
Posaun
Dulcian
Trommet
Cornet
16
16
8
4
1
 
16
16
8
2
a/s
s/a
s
s
s
s
s
a
s
a/s
10

12

10

10
s = Arp Schnitger/Berendt Hus 1675
a = Jürgen Ahrend 1975

Tremulant auf das ganze Werk wirkend
Glockenspiel, vom Ow bespielbar (Einziges in einer Schnitger-Orgel)
Stimmung modifiziert mitteltönig
Tonumfang CDEFGA-c3/CDE-d1

1688 Dispositionsänderung und neue Register durch Schnitger
Trommet 16 und Cimbel III im Ow, Krumphorn 8 und Schalmey 4 im Bw
1782 Aufgrund neuer Anforderungen der Kirchenmusik Vergrößerung der Empore nach vorn. Anhebung der Pedaltürme und Dispositionsänderung durch Georg Wilhelm Wilhelmy, Stade
1841 Reparatur durch Johann Georg Wilhelmy. Dabei Erneuerung der Klaviaturen und Einbau einer Koppel zum Rp

1870 Umfassende Veränderung durch Johann Hinrich Röver
Umdisponierung des Rp und Verlegung hinter die Orgel und zusätzliche Kegellade. U.a. statt Dulcian im Pedal ein   Flötenbass 8, Dispositionsänderungen am Bw, Tonhöhe erniedrigt um 1 Ton.
1910 weitere Vergrößerung der Empore
1917 Ablieferung der Prospektpfeifen, bis auf die des jetzt hinten stehenden ehem. Rückpositivs
1919 Ersatz durch Pfeifen aus Zink durch Furtwängler & Hammer

1948 Beginn der ersten Restaurierungsarbeiten durch Paul Ott, Göttingen
Die Planung dazu geht auf Christhard Mahrenholz zurück. Das Rp wurde in einem neuen Gehäuse wieder nach vorne verlegt, allerdings mitten auf die (erweiterte) Empore. Der Winddruck wurde nach der damaligen Auffassung niedrig angesetzt und erforderte Änderungen an einigen Registern.
1956 Hinzufügen von Zusatzladen für die Erweiterung des Klaviaturumfangs im Bassbereich
1972-75 Restaurierung in den ursprünglichen Zustand durch Jürgen Ahrend
Wiederherstellung der ursprünglichen Anordnung der Empore sowie des Rp und der Pedaltürme, neue Prospektpfeifen im Ow und Pedal, Überarbeitung und wo notwendig Ergänzung des Pfeifenwerks, Anlegen einer modifizierten mitteltönigen Stimmung.
1994 Generalüberholung durch Jürgen Ahrend. Dabei wurde auch ein dem Hauptwerk angefügtes Hintergehäuse wiederhergestellt, durch welches das Volumen verdoppelt wird.
2008 Alte Farbfassung von 1727 wiederhergestellt