Höxter, St.Kiliani
Im Prospekt steht der Praestant 8' von Klausing

    
Höxter

St.Kiliani, luth.

1710 Hinrich Klausing und Söhne, Herford, III/34


Die Orgel wurde 1710 durch Hinrich Klausing und dessen Söhne Johann Berenhard und Christian aus Herford, mit 18 Registern auf Oberwerk, Brustwerk und Pedal erbaut.

Klausing baute hier übrigens nicht mehr Spring-, sondern Schleifladen.
Weiterhin wurden 5 Register eines vorhandenen älteren Positivs verwendet.

In der knapp 300-jährigen Geschichte der Orgel gab es ein Zahl an Veränderungen. Die Größte war dabei die, bei der das Instrument nicht mehr an seinem alten Platz stand. Dieser bauliche Zustand verursachte in den 1980er und 1990er-Jahren eine Reihe von Problemen (siehe unten).

Deren Beseitigung sowie die weitestmögliche Rückführung in den ursprünglichen Zustand war Ziel der Restaurierung
2004.
Das Hauptgehäuse befindet sich jetzt wieder an seinem originalen Platz.


Nach gut einem Jahr gab es ein Ereignis mit verheerendem Ausmaß. Durch die Explosion in einem benachbarten Gebäude am
19.September 2005 wurden Kirche und Orgel schwer beschädigt.

Die Orgel wurde nach umfangreicher Reparatur am
6.April 2008 offiziell wieder der Öffentlichkeit vorgestellt. Chronologie zur Orgel siehe unten.

 Höxter, St.Kiliani, Spielanlage

 
 
I. Positiv
C-cis3
II. Oberwerk
C, D-c3
III. Brustwerk
C, D-c3
Pedal
C-d1
Holzflöte
Metallgedackt
Prinzipal
Rohrflöte
Nassath
Octav
Terz
Quint
Scharff 5tönig
Dulcian
Krummhorn
 
8
8
4
4
3
2
1 3/5
1 1/2
1
16
8
 
 
 
 
 
 
 
 
ks
ks
Bordun
Praestant
Violdegambe
Hollflöte
Octav
Waldflöte
Sexquialtera 3tönig
Mixtur 5tönig
Trompet
16
8
8
8
4
2
3
2
8
k
k/ks
k

k/
k/
 
 
ks
Gedackt
Gedackt
Flöte dues
Nassath
Cimbell 3tönig
8
4
2
1 1/2
1
vk
vk
k/
 
ks
Untersatz
Principal
Octav
Holzflöte
Nachthorn
Gemsflöte
Posaune
Trompete
Cornet 
16
8
4
4
2
1
16
8
2
d/
 
 
 
 
 
ks
ks
ks
11 9 5 9
vk = vor Klausing
k = Klausing 1710
d = Döhre 1883
ks = Klais 2004
/ = teilweise
Alle übrigen Register Ott 1962/1971

Chronologie:
In den folgenden rund 160 Jahren nach der Erbauung liegen keine Informationen über Veränderungen vor.
 
1881 Entfernung des Lettners, auf dem die Orgel stand. Errichtung einer neuen Empore.

1883 Zurücksetzen der Orgel in den Turmraum. Dispositionsänderungen, Pedalumbau, neue Pedalladen, neuer freistehender Spieltisch durch August Döhre, Steinheim.

1932 Erste Restaurierung, unter Beteiligung von C.Mahrenholz: Instandsetzung von Windladen und Pfeifen. Hinzufügung von C/Cis-Pfeifen auf eigenen Laden durch Furtwängler und Hammer, Hannover.
 
1946 Reparaturen und Dispositionsveränderungen durch Emil Hammer, Hannover.

1962 Vorläufiger Abschluss der 2. Restaurierung: Wiederherstellung der Originaldisposition in Ober- und Brustwerk. Erweiterung des Pedals und neues Pedal-Gehäuse durch Paul Ott, Göttingen, unter Beteiligung von Rudolf Reuter.

1971 Fertigstellung des neuen Rückpositivs in der Brüstung durch Paul Ott und damit Abschluss der Arbeiten..
In der Folgezeit kam es zu diesen Problemen:
- Starkes Temperaturgefälle vor und hinter der Orgel
- Hohe Luftfeuchtigkeit
- Zu starke Präsenz des Rückpositivs
- Zu schwaches Pedal

1997 wurde Bleifraß an den historischen Pfeifen festgestellt.

1998 Beauftragung der Fa.Klais mit der Restaurierung. Diese konnte am 13.6.2004 offiziell abgeschlossen werden.
  Die Maßnahmen im Überblick:
   - Entfernung des Rückpositivs
   - Vorziehen des Gehäuses von Ober- und Brustwerk an seinen originalen alten Standort
   - Neues Gehäuse für Positiv, Pedal und die Windversorgung, welches hinter dem Hauptgehäuse aufgestellt wird
   - Neuer Spielschrank hinter dem Hauptgehäuse
   - Wiederherstellung der Klausing-Windladen (teilweise erhalten)
   - Überholung des Pfeifenwerks, insbesondere Konservierung der vom Bleifraß befallenen Register
   - Wiederverwendung der Ott-Register des RP im Positiv
   - Alle Zungenstimmen neu, nach Vorbild Ochtersum
   - Neue Traktur
   - Neue Intonation

2005 Schwere Beschädigung des restaurierten Instruments

2008 Zweite Wiedereinweihung nach Behebung der Schäden

Mit dieser Restaurierung wurde versucht, dem Aufbau und Klang der Klausing-Orgel wieder näher zu kommen.
Weitere Informationen auf der Webseite der Gemeinde. Die Geschichte und Beschreibung der Orgel findet sich in der ausführlichen Festschrift, gedruckt oder hier als pdf-Datei.